Warum viele Sport als anstrengendes Übel wahrnehmen

Viele Leute machen nicht gerne Sport. Er erscheint als zu anstrengend. Nach einem harten Tag geht’s deshalb lieber auf die Couch, als noch ein Stündchen Bewegung einzulegen. Dabei: Wen wir uns aufraffen geht es uns oft besser- wir fühlen uns fit, zufrieden und haben sogar Spaß. Aber warum ist es für uns so schwer, sich zum Sport zu motivieren? Ich will mal meine Gedanken dazu zusammenfassen.

Was mir die Lust an Sport vermiest hat, sind eindeutig die Erfahrungen, die ich in meinen ersten (na sagen wir mal 20 Lebens-) Jahren mit Sport gemacht habe. Den größten Anteil meines Missmutes darf sich folgender Übeltäter auf die Fahnen schreiben: Schulsport.

1. Der Zwang, Sport zu machen
Wenn man gezwungen ist etwas zu tun, entwickelt man eine Abneigung dagegen. Wenn man etwas gerne zuverlässig wiederholt, weil man es will- das ist eine ganz andere Sache. Aber jeden Dienstag ins Training X/Y zu müssen, obwohl man doch heute lieber etwas anderes gemacht hätte? Ne. Besonders fies ist ja Schulsport: Du wirst gezwungen mitzumachen. Da hast du keine Wahl.

2. Die geringe Auswahl an Sportarten
Wo wir schon beim Thema „wählen“ sind. Wer wählt den Sport aus, den ein Kind macht? Die Eltern oder die Lehrer. Bei den Eltern hat man noch relativ gute Karten. Zwar ist die Kreativität der Wahl eines Sportes fürs Kind oft auf wenige Standardsportarten begrenzt, aber: Kommt man in ein gewisses Alter lässt sich doch ganz gut aushandeln, welchen Sport man machen möchte.

Schlimm ist aber die Wahl im Schulsport. Meist ergibt sich ein sich jährlich wiederholender Zyklus aus Volleyball, Basketball, Fußball, Turnen und Cooper-Test. In manchen Jahren wird hier sogar noch Schwimmen oder bei ganz mutigen Sportlehrern Badminton eingestreut. Letztlich ergibt sich aber ein nicht enden wollender Teufelskreis- vor allem für Ballidioten wie mich. Denn wenn man in diesen Sportarten nicht gerade gut ist, wird der Sportunterricht zum verhasstesten Fach von allen. Dann lieber Physik oder Mathe!

3. Der Leistungsdruck
Ja und da sind wir auch schon bei der Leistung. Klar, oft drücken die Leher mal ein Auge zu und dann gibt es doch eine 2- oder 3+, weil man ja immerhin fleißig mitgemacht hat. Aber das befriedigt ja nicht! Wenn der Sport keinen Spaß macht und der Minutenzeiger einfach nicht weiter Richtung Ende der Stunde rücken will… Dann bringt es nichts, dass die Note okay ist. Dann macht man’s halt für die Note- und sobald man nicht mehr muss hört man damit auf. So sieht’s aus. Für mich bedeutete das: Zwischen meinem Abi 2008 und dem 02.05.2012 liegt eine Zeit, in der ich insgesamt in etwa so viel Sport machte, wie jetzt in zwei Monaten.
Und nein, es hilft auch nichts wenn Lehrer rufen: „Jetzt spielt der Betti doch mal den Ball zu!“ Denn die Betti steht doch extra so, dass sie nicht in die missliche Lage kommt, den Ball mal wieder nicht zu fangen und damit in die Hände des Gegners zu geben.

Lässt sich also zusammenfassen: Wenn ich nur mit Sportarten in Kontakt komme, die mir keinen bis mäßigen Spaß machen, dann erlebe ich Sport als negativ und Arbeit. Wenn ich dann auch noch schlecht bin, dann ist es ganz vorbei. Sobald die extrinsische Motivation weg fällt, ist es vorbei mit dem Sport.
Wie seht ihr das? Demnächst möchte ich mal einen Artikel schreiben, wie ich es geschafft habe, meine intrinsische Motivation für Sport zu finden.

Dieser Beitrag wurde unter Sport veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Warum viele Sport als anstrengendes Übel wahrnehmen

  1. Maddi sagt:

    Haha, das trifft den Nagel auf den Kopf^^

Hinterlasse einen Kommentar zu Maddi Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>